Kölsche Jung

Kölsches Grundgesetz / Paragraph §3


Et hätt noch immer jot jejange

Markus Wessel Torhüter des 1.FC Köln Handball Foto Sebastian Bahr

Über Stock und Stein

Hallo, ich bin Markus. Wer Lust hat, kann sich hier über meinen bisherigen Lebensweg, über Stock und Stein, informieren. Wer vorbildliche Gradlinigkeit erwartet wird wahrscheinlich bitter enttäuscht. Wer gerne auf unbefestigten Straßen unterwegs ist und gerne einmal in das ein oder andere Tal hinab oder von unten hinauf schaut wird mit einer unterhaltsamen Geschichte erfreut.


Aufgewachsen bin ich im beschaulichen Sauerland. Sobald man Sauerland hört, denkt man immer an Wald und Wiese, aber mein Sauerland befand sich direkt an der Grenze zum Ruhrpott. Also schon etwas städtischer. Das Licht der Welt erblickte ich wenige Jahre zuvor in Frankfurt am Main. Ich hielt mich dort aber nur kurz auf, bevor es meine Eltern wieder zurück in die Heimat zog.

School of Rock

Ich besuchte dort das klassische Schulsystem und fand während der Zeit wenig Begeisterung für Dinge wie lernen, Klassenarbeiten und Ganztagsunterricht. Meine Motivation spiegelte sich dahingehend wieder, dass ich versuchte ein Jahr in der Oberstufe einer Gesamtschule zu wiederholen um vielleicht doch noch das Abitur zu schaffen. Das funktionierte leider auch nicht und ich entschloss mich dazu die Schulzeit zu beenden und etwas handfestem nachzugehen. Insgesamt besuchte ich vier verschiedene Schulen bis ich endlich zu dem Schluss gelangte, dass es ja vielleicht gar nicht an den Schulen lag.


Alles klar. Schule geschmissen. Jetzt wird Geld verdient. Aber womit? Worauf habe ich Lust, was macht mir Spaß? Ich war mir nicht sicher. Nach viel hin und her überlegerei entschloss ich mich dafür, Plan A, zur Polizei zu gehen. ​

Aber ich hatte natürlich, falls das nicht funktioniert, eine Alternative. Plan B war die Bundeswehr. Ich wollte mich dort verpflichten um dann dort eine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten zu absolvieren. Da ich mitten im Schuljahr die Schule verlassen hatte und damals, soweit ich es noch richtig in Erinnerung habe, die Einstellungszeiträume beider Institutionen sehr starr waren, wollte ich die Zeit nutzen um ein wenig Geld zu verdienen.

Vom Leiharbeiter zum Produktionshelfer in einer Drahtverarbeitungsfabrik bis hin zum Bremsklotzeinsortierer und Gabelstaplerfahrer, konnte ich mir meine ersten eigenen Brötchen verdienen. Mit dem Einstellungstest bei der Polizei, sowohl auch den beiden Auswahltagen bei der Bundeswehr, stellte sich bei mir die erste Ernüchterung ein. Bisher hatte ich nur gelernt mit schlechten Noten umzugehen, nicht aber mit Ablehnung. Es half alles nichts. Plan C musste her.


"Das kannste schon so machen aber dann isses halt Mist"

Hauptsache Werkzeug

Kann man Leber plattieren

Meine Oma war damals schon in der Gastronomie tätig und kannte ein befreundetes Restaurant in der Nähe, die noch einen Koch Azubi suchten. Nun gut. Man kann ja erst einmal damit starten und schauen was sich daraus ergibt. Ich glaube ich war der schlechteste Azubi auf diesem Planeten. Zu meiner Zwischenprüfung habe ich es sogar geschafft die Geflügelleber zu plattieren. Während ich mit meiner Schandtat begann, versammelten sich glaube ich ca. sechs Prüfer um meinen Hackklotz, um aufmerksam zu beobachten was aus der wehrlosen Leber werden würde. Nachdem ich meine Prüfung abgeschlossen hatte, trotz Leberfauxpas, ging es raus in die große weite Kochwelt.

​Aber nicht zu weit. Zu dieser Zeit nämlich, kam mein kleiner Sohn Gian-Luca zur Welt. Deswegen hieß die oberste Priorität Geld verdienen. Ich arbeitete in den unterschiedlichsten Restaurants und eröffnete mit meinem Dad auch ein kleines Restaurant in Hessen. Ich entwickelte mich langsam wirklich zu einem richtigen Koch. Das war auch die Zeit, in der ich nachträglich die Liebe für diesen Beruf und die Gastronomie entwickelt habe. Wie ihr schon merkt, war es nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. Aber es muss ja auch nicht immer Liebe auf den ersten Blick sein.

Markus Wessel beim Angeln. Es gab Keinfisch

Wie eine Rakete

Ich fing an fleißig, diszipliniert und zuverlässig zu werden. Und ich wollte mehr. Nach wenigen Jahren lernte ich für vier Semester an der Hotelfachschule in Dortmund um mich weiterzubilden. Das war ein riesen Sprungbrett für mich. Ich lernte dort auch meinen damaligen Arbeitgeber kennen und konnte direkt nach meinem Abschluss dort durchstarten. Durchstarten, wie eine Rakete… das habe ich auch gemacht. Wenn ich den Markus zu dieser Zeit mit dem Markus aus seiner unmotivierten Schulzeit vergleiche, erkenne ich ihn in keinem Aspekt wieder. Ich war motiviert und ehrgeizig und konnte als Betriebsleiter Erfahrungen in vielen unterschiedlichen Krankenhäusern und Seniorenheimen sammeln. Ihr habt richtig gehört. Ich spezialisierte mich auf den Care Bereich. Die meisten Erfahrungen, die ich sammelte, waren tatsächlich der Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Vorgesetzten. Neue Kochtechniken oder Garnituren lernte ich, wenn nur beiläufig.


​Ich war viel in Deutschland unterwegs und war dann letztendlich super glücklich darüber, endlich nach Köln zu kommen und mit meiner Freundin zusammen zu ziehen. Seit 2015 haben wir Köln zu unseren Lebensmittelpunkt gemacht und lieben es Dinge mit unseren Freunden zu unternehmen oder im Sommer am Aachener Weiher zu grillen.

Niemals weniger als 100%


​Anfang 2016 erwartete mich dann eine neue Herausforderung.

2015 am Grand Canyon USA

​Ich fing als Regionalleiter bei einem großen Caterer aus Bonn an. Das sollte definitiv eine spannende und ganz großartige Zeit werden. Nach etwas mehr als einem Jahr wurde ich dort zum Bereichsleiter für den Bereich Care befördert. Das war für mich ein riesiger Schritt und die Aufgaben wurden immer interessanter und abwechslungsreicher. Ich war dankbar und glücklich darüber, solch eine Position auszufüllen und gleichzeitig in einem so großartigen Team zu arbeiten. Alles war einfach perfekt.


​Aber irgendetwas fühlte sich nicht richtig an. Ich fühlte, dass irgendetwas nicht 100%ig läuft, obwohl eigentlich alles lief. Ich beschäftigte mich viel mit mir selbst und erkannte, dass ich das was ich tue zwar gerne tue, aber mir selbst nicht beantworten konnte warum ich das tue. Ich folgte nicht meinem „Warum“ und schon gar nicht meinen inneren Antreibern. Die Konsequenz daraus war, dass ich meinen Job, obwohl eigentlich alles gut war, aufgegeben habe um mein „Warum“ zu suchen und dem zu folgen.

Markus Wessel 06

Now we have the Salad

Meine Freundin und ich entschlossen uns eine Weltreise zu machen. Diese Weltreise wollen wir bestimmt schon seit acht Jahren machen und jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen. Auf dieser Reise kann ich mein Warum finden und meine Zukunft vorbereiten. Meine Berufung finden.

Jetzt bin ich wieder da,

ich kenne jetzt mein Warum und ich kenne meine Zukunft. Meine Zukunft ist die

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